Rohstoffsicherung für Pelletproduktion stellt keine Bedrohung für den Wald dar

Der Deutsche Energie-Pellet-Verband kritisiert die gezielte Verunsicherung von Verbrauchern durch unsachgemäße Medienberichte über eine Ausbeutung des Waldes für die Bioenergie. Die für den Klimaschutz gewünschte deutliche Zunahme an Pelletheizungen stellt eine nachhaltige, naturnahe Forstwirtschaft überhaupt nicht in Frage.

"Eine deutliche Erhöhung der Anzahl an Pelletfeuerungen in den Haushalten auf rund 650.000 Anlagen, wie sie der DEPV für das Jahr 2015 prognostiziert, wird nicht zu einer stärkeren Inanspruchnahme von Restholz führen, das aus Waldschutzgründen nach der Holzernte besser im Wald verbliebe." Hierauf verwies der Geschäftsführer des Deutschen Energie-Pellet-Verbandes, Diplom-Forstwirt Martin Bentele. Wer das Heizen mit Pellets in einem Zug mit Waldausbeutung nenne, betreibe gezielte Verbraucherverunsicherung und Panikmache auf Kosten einer für den Klimaschutz notwendigen Wärmequelle. Auch bei einer - holzmarktbedingt - zu erwartenden rückläufigen Holzernte in den kommenden Jahren, stünden nach Berechnungen des Verbandes jährlich rund 5 Millionen Tonnen pelletierfähiges Holz alleine als Koppelproduktion aus der Sägeindustrie zur Verfügung. Damit könnten rund 1 Millionen Pelletheizungen und -öfen, und damit 10-mal mehr Feuerungen als heute installiert, versorgt werden, ohne auf Waldrestholz zurückgreifen zu müssen.

Für die prognostizierte Zunahme größerer Pelletheizsysteme bei Kommunen oder Gewerbebetrieben, sei man dabei, landwirtschaftliche Flächen für Energiewälder zu begründen. "Der Holzanbau in mehrjährigen, extensiv bewirtschafteten Kulturen ist ökologisch besser als auf diesen Flächen intensiven Maisanbau zu betreiben. Es ist aus Gründen der Energieeffizienz aber auch sinnvoller, dieses Holz für die Pelletproduktion zur Wärmegewinnung oder in Form von Kraft-Wärme-Kopplung zu nutzen, anstatt den Rohstoff bei der reinen Stromproduktion oder bei der Herstellung von Kraftstoffen zu vergeuden", sagte Bentele. Er zeigte sich zuversichtlich, dass aufgrund einer breiten Übereinstimmung bei Politik wie auch bei Naturschutzverbänden zum Thema Energiewälder "hier in den nächsten Jahren eine beschleunigte Entwicklung bevor steht."

 

Nährstoffrückführung durch Ascheausbringung möglich

Bentele kritisierte den schlecht recherchierten Bericht in der aktuellen Ausgabe eines großen deutschen Nachrichtenmagazins sowie die undifferenzierten Aussagen von Wissenschaftlern und Forstleuten. "In Deutschland werden im Jahr 2008 rund 700.000 Tonnen Pellets verbraucht und etwa noch einmal so viele exportiert. Die Holzstäbchen werden gegenwärtig fast ausnahmslos aus Spänen und Hackschnitzeln produziert, die in der Sägeindustrie anfallen. Die im Spiegel-Bericht geschürte Angst, dass dem Wald durch die Pelletnutzung wichtige Nährstoffe entzogen würden, sei absolut unbegründet. Diplom-Forstwirt Bentele betonte, dass im deutschen Wald nach wie vor nicht einmal der jährliche Holzzuwachs genutzt würde. Darüber hinaus gäbe es Möglichkeiten der gezielten Rückführung von Nährstoffen. "Wenn dies nicht durch bürokratische Hemmnisse verhindert würde, wäre es möglich, dem Wald den Ascheanfall aus größeren Pelletheizungen und damit wieder Nährstoffe zuzuführen", sagte der DEPV-Geschäftsführer.

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